Innovation fördern und Agrarökologie in den Fokus nehmen

Innovation fördern und Agrarökologie in den Fokus nehmen

20/03/2024

Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg a.s.b.l. gibt Namensänderung in Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg a.s.b.l. bekannt

Mit einem Impulsabend zum Thema Innovationen in der Landwirtschaft hat das IBLA seine Namensänderung in prominenter Runde gefeiert.

Direktorin Dr. Stéphanie Zimmer erläuterte dabei die Beweggründe für die Neuausrichtung des Instituts: „Das IBLA steht seit jeher für die Forschung und Beratung für die Biologische Landwirtschaft in Luxemburg. Doch wir stehen auch für Innovation und Wandel. Dabei machen wir auch vor uns selbst nicht halt und haben unseren Kurs nachjustiert. Mit der Neusaurichtung auf das Thema Agrarökologie setzen wir einen Schwerpunkt bei einem Thema, das in Luxemburg bisher kaum Beachtung findet.“

Das IBLA versteht unter Agrarökologie einen ganzheitlichen, transdisziplinären Ansatz, der alle Aspekte des Agrar- und Ernährungssystems vom Boden bis hin zur Gesellschaft umfasst. Der Fokus liegt dabei auf der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Dies beinhaltet sowohl die Förderung der biologischen Vielfalt als auch die Stärkung der Resilienz der Ökosysteme unter Berücksichtigung der Prioritäten der PraktikerInnen und der Ernährungssicherheit der KonsumentInnen vor Ort. Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen im Bereich der biologischen Landwirtschaft und des Weinbaus, deren Produktionsmethoden sowie im Bereich von regenerativen Bewirtschaftungssystemen. Hierzu hat sich das IBLA zum Ziel gesetzt, die Interaktion zwischen den AkteurInnen aus Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft zu fördern, um die Transformation hin zu einem nachhaltigen und fairen Lebensmittelsystem zu erreichen.

Die Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau, Martine Hansen, begrüßte die Neuausrichtung des IBLA: „Das Institut hat sich als ein wichtiger Partner etabliert und wird auch in Zukunft eine tragende Rolle spielen, wenn es um landwirtschaftliche Forschung und den Transfer von Wissen in Luxemburg geht. Mit einer Vielzahl von Projekten, die sich umfassend den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung widmen – einschließlich einiger, die vom Landwirtschaftsministerium finanziert werden –, beweist das Institut, dass es einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Landwirtschaft in Luxemburg leisten kann.“

Mit Prof. Dr. Knut Schmidtke hatte das IBLA einen prominenten Redner geladen, der mit seiner Präsentation auf die Herausforderungen in der biologischen Landwirtschaft einging und dabei die Aufmerksamkeit auf das Thema Innovationen und Forschung in der Landwirtschaft lenkte. Mit seinem externen Blick brachte er wertvolle Denkanstöße in die Veranstaltung ein.

Dr. Sabine Keßler, beim IBLA im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, widmete sich der Zukunft der Ernährung in Luxemburg. Dabei skizzierte sie wie eine nachhaltige Ernährung und agrarökologische Lebensmittelproduktion aussehen kann und ging auf die Rolle des Lebensmittelsektors beim Übergang Luxemburgs zur CO2-Neutralität bis 2050 ein.

Der geschlossene Betriebskreislauf ist ein Ideal der biologischen Landwirtschaft. Die gegebenen Ressourcen werden möglichst effizient eingesetzt, um weitestgehend unabhängig von zugekauften Betriebsmitteln wie Düngern oder Futtermitteln zu wirtschaften. Übertragen auf die nationale Ebene bedeutet dies, dass die gegebenen natürlichen Ressourcen so effizient wie möglich eingesetzt werden, um die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Die optimale Nutzung des Grünlandes und eine flächengebundene Tierhaltung wäre hier als erste Priorität zu nennen. Damit könnten zugekaufte Futtermittel eingespart und Ackerflächen, die bisher für den Anbau von Futtermitteln genutzt werden, wären frei für andere Kulturen. Die vorhandene Ackerfläche kann effizienter eingesetzt werden, indem der Anteil der Fläche, die für die menschliche Ernährung genutzt wird, ausgeweitet wird, auch die stärkere Nutzung von Agroforstwirtschaft würde zur Diversifizierung beitragen. Hier gibt es erhebliche ungenutzte Potentiale für eine Landwirtschaft der Zukunft. Die Steigerung der Diversität der Kulturen auf den Feldern hat enormes Potential. In Bezug auf den Klimawandel würde mehr Vielfalt für mehr Widerstandsfähigkeit der Betriebe sorgen, mit mehr Hülsenfrüchten auf den Feldern könnte die Fruchtbarkeit der Felder verbessert und die Eigenversorgung mit Futtermitteln gesteigert werden, mit alternativen Kulturen für die menschliche Ernährung wie alten Getreidesorten, Kichererbsen, Linsen und mehr Gemüsebau kann die Wertschöpfung im ländlichen Raum gesteigert und die Ernährungssicherheit verbessert werden. Neue nachhaltige Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe, die es der nächsten Generation ermöglichen, ihre Betriebe unabhängig und eigenverantwortlich in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, brauchen Unterstützung. Dabei muss die ganze Wertschöpfungskette betrachtet werden, um Hemmnisse abzubauen und Innovationen zu ermöglichen.

Diese Aspekte wurden in der partizipativen Diskussion: „Spotlight: Neue Wege in der Landwirtschaft“ beleuchtet. Landwirtschaftsministerin Martine Hansen, Direktorin des IBLA, Dr. Stéphanie Zimmer, Dr. Sabine Keßler, Prof. Dr. Knut Schmidtke, Luc Emering und Prof. Dr.  Werner Zollitsch diskutierten gemeinsam und weiteten den Blick auf die globalen Zusammenhänge. Luc Emering, Biobauer aus Leidenschaft, unterstrich die Bedeutung der Forschung bei der Etablierung innovativer Lösung. So kämen zwar oft innovative Ideen aus der Praxis, aber um sich wirklich ein Bild über die Effizienz machen zu können, braucht es Versuche und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

Ministerin Martine Hansen zeigte sich erfreut über den Verlauf des Abends: „Innovation erfordert Austausch, und Abende wie dieser tragen dazu bei, die Luxemburger Landwirtschaft der Zukunft aktiv mitzugestalten.“

Die Veranstaltung konnte Impulse geben, den Blick erweitern und lieferte den Anstoß zur Tat zu schreiten. Die Landwirtschaft verdient aktive Unterstützung, um die Transformation hin zu einem nachhaltigen und fairen Lebensmittelsystem zu erreichen.

Über das IBLA:

Das Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg a.s.b.l. ist das Kompetenzzentrum für biologische Landwirtschaft in Luxemburg.

Die Vision des IBLA ist ein zukunftsfähiges Agrar- und Ernährungssystem, das qualitativ hochwertige Lebensmittel bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen produziert.

Das IBLA ist überzeugt, dass dies durch die biologische Landwirtschaft erreicht wird und dass deren Produktionsmethoden sowie agrarökologischen Grundsätze den Weg dahin ebenen.