100 Gäste beim 1. IBLA Innovationstag

100 Gäste beim 1. IBLA Innovationstag

30/01/2026

Diekirch, EHTL – Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, und das IBLA bot im Rahmen seiner jährlichen Tagung ein Programm, das Anreize für Innovationen in der gesamten Wertschöpfungskette in Luxemburg schafft. Die Veranstaltung richtete sich an Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater, Forschende sowie an alle Interessierten, die mehr über Lösungen für ein zukunftsfähiges Agrar- und Ernährungssystem erfahren wollen. Mit 80 Teilnehmenden war die Tagung voll ausgebucht.

Einen lebendigen Beitrag zum Innovationstag lieferte das durch die Schülerinnen und Schüler der École d’Hôtellerie et de Tourisme du Luxembourg (EHTL) mit großer Leidenschaft zubereitete Mittagessen, das ausschließlich aus luxemburgischen Bioprodukten bestand. Auch wenn es herausfordernd war, im Winter ein nahezu vollständig regionales Bio-Menü zu gestalten, waren die kreierten Gerichte eine Leistungsschau für das Können der Schülerinnen und Schüler. Die Gäste konnten sich direkt bei den Produzenten, die größtenteils selbst vor Ort waren, über die Produkte informieren und die Köchinnen und Köche zeigten sich begeistert von der außergewöhnlichen Produktqualität. Der Direktor der EHTL Michel Lanners hob die Wichtigkeit der begonnenen Partnerschaft zwischen IBLA und EHTL hervor. Er betonte, dass die Synergien zwischen Luxemburger Bio-Produzenten und Hotellerie- und Gastronomiesektor noch stärker genutzt werden sollten.

Claude Felten, Präsident des IBLA, eröffnet die Veranstaltung mit einer Begrüßung der Teilnehmenden und Vortragenden: „Was die Zukunft uns serviert, wissen wir nicht aber wir wissen, welche Entscheidungen wir treffen müssen für eine Landwirtschaft, die ökologisch tragfähig, wirtschaftlich stark und sozial gerecht ist“. Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland beschäftigten sich am Vormittag mit dem Biomarkt. Dr. Jürn Sanders gab einen Überblick über den Biomarkt in Europa. Evelyne Stoll ergänzte mit Analysen zur Nachhaltigkeit des Luxemburger Ernährungssystems, und Philip Barth präsentierte Ergebnisse zur Bio-Wertschöpfungskette in Luxemburg. Eine willkommene Ergänzung lieferte Rudolf Vögel, der sich für die Rekultivierung und Erhaltung von Nutzpflanzen einsetzt und in seinem Vortrag zu alten Getreidesorten den Blick auf eine interessante Nische lenkte.

Am Nachmittag spielten Nischenprodukte und ausgefallene Geschäftsideen eine zentrale Rolle. Das Thema Diversifikation stand auf der Tagesordnung. Widerstandsfähige Agrarsysteme brauchen Diversifizierung – aber Diversifizierung benötigt praktische Lösungen und Unterstützung bei der Umsetzung von Innovationen. Vor diesem Hintergrund präsentierte Martine Claus vom Landwirtschaftsministerium die Kontaktstelle „Agri-Innovatioun“. Auch Frau Ministerin Martine Hansen ging in ihrem Grußwort auf die enorme Kraft der Kreativität jeder einzelnen Betriebsleiterin und jedes einzelnen Betriebsleiters ein und unterstrich die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten.

Nischenprodukte brauchen gezielte Förderung, damit sie den Weg aus der Nische in den Mainstream finden. Mit dem Engagement, das das IBLA seit seiner Gründung dem Thema Leguminosen widmet und das im Projekt „Leguminosen-Wertschöpfungskette“ weitergeführt wird, leistet das IBLA einen wichtigen Beitrag. Manon Kinn beleuchtete die nächsten Schritte für Linse, Kichererbse und Co. Der online zugeschaltete Experte Peter Heller aus Oberfranken teilte sein Wissen zur Reinigung von Körnerleguminosen. Samuel Glauser aus dem Schweizer Jura ergänzte mit praktischen Erfahrungen, wie eine effiziente Reinigung genossenschaftlich organisiert werden kann.

Doch welche Gründe gibt es, im eigenen Betrieb etwas Neues auszuprobieren? Welche Erfolgswege lassen sich nutzen, die andere bereits gegangen sind? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der abschließenden Interviews. Sechs Landwirtinnen und Landwirte standen Rede und Antwort zum Thema Entscheidung für Innovation und/oder Diversifizierung auf dem Hof. Lynn Jemming, Jeff Weydert, Marc Jacobs, André Zewen, Josy Thill und Jean-Paul Friederes teilten ihre Erfahrungen offen und ehrlich. Sie betonten, dass persönliches Interesse und vor allem eine fundierte Analyse der Machbarkeit entscheidend sind. Denn Diversifizierung kostet Kraft und muss gut geplant sein. Gleichzeitig zeigen die teils überraschenden Wege und Umwege der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, dass es Spaß macht, neue Wege entlang der Wertschöpfungskette zu beschreiten und die ausgetretenen Pfade zu verlassen.

Der IBLA-Innovationstag zeigt: Ein widerstandsfähiges Agrarsystem braucht mutige Landwirtinnen und Landwirte, die mit Ideenreichtum und Energie vorangehen.

Der IBLA Innovationstag wird finanziell unterstützt durch das Ministère de l’Agriculture, de l’Alimentation et de la Viticulture.

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