CO2MPOSiTiv – Economie Circulaire praktisch

CO2MPOSiTiv – Economie Circulaire praktisch

Pressekonferenz zum Start des CO2MPOSiTiv-Tresterkompostierungs-Projekts im Beisein der Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung Frau Carole Dieschbourg am Enschberg in der Gemeinde Schengen
Die Bio-Winzer aus Schengen und den umliegenden Gemeinden starten gemeinsam mit der Weinbauberatung des Instituts für Biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg und dem Projektpartner Viti-trac das Projekt CO2MPOSiTiv. Im Beisein der Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung Frau Carole Dieschbourg, dem Bürgermeister der Gemeinde Schengen Michel Gloden, dem Leiter der Fachgruppe Weinbau am Institut Viti-Vinicole Serge Fischer, dem Weinbauberater der Vinsmoselle Harald Beck, sowie dem Präsidenten der OPVI Ern Schumacher und zahlreicher Gäste wurde der Startschuss gegeben.
Ziel des Projektes ist die optimale Nutzung von Reststoffen aus landwirtschaftlicher Produktion und Gemeinden am Ort ihrer Entstehung, hier am Beispiel von Trester. Dieser bleibt beim Pressen der Trauben als Schalen, Kerne und Rappen zurück und kann als organischer Dünger im Weinberg dienen. Die Nutzung organischer Düngemittel nimmt jedoch immer weiter ab, da mineralische Düngemittel einfacher und günstiger in der Anwendung sind und vermehrt eingesetzt werden. Im biologischen Anbau sind mineralische Stickstoffdünger jedoch nicht anwendbar und somit sind die Bio-Winzer besonders motiviert, organische Reststoffe optimal zu nutzen.
Die Kompostierung ist eine Möglichkeit zur Aufbereitung organischer Reststoffe und wird im Projekt CO2MPOSiTiv in den Fokus gerückt. Komposte tragen dazu bei, den Humusgehalt des Bodens zu stabilisieren und zu verbessern. So kann der Boden als CO2-Senke genutzt und die Wasser- und Nährstoff-Speicherfähigkeit des Bodens verbessert werden. Dies ist sehr wichtig, um den Effekten des Klimawandels besser begegnen können. So kann bei Starkregen das Wasser schneller aufgenommen werden, die Auswaschung von Nährstoffen in Grund- und Oberflächengewässer wird gemindert und die negativen Auswirkungen von Trockenperioden können besser abgepuffert werden.
Bisher gilt die Kompostierung in der Praxis als aufwendig, teuer und wenig attraktiv. Zudem gibt es Skepsis gegenüber organischen Düngemitteln und deren Herstellung in der Bevölkerung z.B. in Bezug auf unangenehme Gerüche. Diesen Vorurteilen möchte das Projekt CO2MPOSiTiv begegnen. Bei einer qualitätsorientierten Kompostierung organischer Reststoffe werden Emissionen minimiert und die Qualität des produzierten Düngemittels optimiert.
Ziel des Projektes ist die Umsetzung einer qualitätsorientierten Kompostierung vor Ort. Unter Einbeziehung lokaler Partner, der Gemeinden und der Winzer und Landwirte sollen regionale Lösungen und Standorte gesucht und die Kompostierung von Trester und Grünschnitt gemeinsam umgesetzt werden. Dies bringt Arbeit für die Unternehmen vor
Ort und Wertschöpfung in die Region, statt den Absatz von Stickstoffwerken in den Nachbarländern zu steigern.
Davon überzeugten sich die Gäste zum Projektauftakt von CO2MPOSiTiv am Enschberg selbst. Anhand der hier angelegten Demonstrationsmieten informierten sich Praktiker, Gemeinden, Privatgärtner und Politiker, wie eine qualitätsorientierte Kompostierung vor Ort mit einfachen Mitteln umgesetzt werden kann. Mit Hilfe der Kompostierung können regionale Kreisläufe besser geschlossen werden und der Wert organischer Düngemittel wird in den Fokus gerückt. Die Optimierung von Nährstoffkreisläufen in der Region ist eine Herausforderung der sich viele Gemeinden bewusst sind und kann nur in enger Zusammenarbeit aller lokalen Akteure erreicht werden.
Das Projekt wird finanziert durch die OEuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte und dem Nachhaltigkeitsrat.

IBLA – Institut fir biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg
IBLA ist das Kompetenzzentrum für Forschung und Beratung im Bereich der biologischen Landwirtschaft und Weinbau in Luxemburg. Ganz nach dem Motto „Forschen für die Praxis“, ist dem IBLA nicht nur die Forschung, sondern auch der schnelle Transfer der Ergebnisse und Kenntnisse in die Praxis durch Beratung, Seminare, Feldbegehungen von Versuchen und diversen aktuellen Informationsbroschüren wichtig.

Bioweinbau in Luxemburg
Seit 1995 gibt es in Luxemburg biologischen Weinbau. Mittlerweile wirtschaften 15 Betriebe auf 40 ha zertifiziert biologisch. 13 ha befinden sich in der Umstellung auf die biologische Bewirtschaftung. Damit werden 4% der gesamten Weinbaufläche Luxemburgs zertifiziert biologisch bewirtschaftet. Verglichen mit den Nachbarländern Frankreich (8 %) und Deutschland (7,8 %) liegt Luxemburg damit unter dem Durchschnitt.

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