PRESSEMELDUNG Lesehelfer gesucht – Jetzt mitmachen bei der Bio-Weinlese!

PRESSEMELDUNG Lesehelfer gesucht – Jetzt mitmachen bei der Bio-Weinlese!

05/08/2020

Die Biowinzer Marie Kox (Caves Sunnen-Hoffmann), Guy Krier (Domaine Krier-Welbes), sowie die BeraterInnen Mareike Schultz (IVV), Jean Cao (O.P.V.I.), und Sonja Kanthak (IBLA), sowie Stéphanie Zimmer (IBLA) und Daniela Noesen (Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg) heißen die Teilnehmenden der diesjährigen Online-Bioweinbau Pressekonferenz herzlich willkommen.

Die Covid-19-Pandemie stellt die Bio-Winzer der Luxemburger Mosel vor große Herausforderungen. Nach einer für den Weinbau geradezu maßgeschneiderten Saison, blicken die Winzer auf perfekt vorbereitete Weinberge und gesunde Trauben. Damit diese Trauben auch zu Wein werden können, stellt sich nun die Frage: wer wird sie lesen?

Eine Umstellung auf die Lese mit Vollerntern kommt für die meisten Bio-Betriebe der Luxemburger Mosel nicht in Frage. Die Lese von Hand bleibt das Mittel der Wahl. Im Weinbau wir oft mit internationalen Leseteams gearbeitet. Die fleißigen Helfer kommen meist aus Ost- und Südeuropa. Die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung, seien es Vorschriften zur Unterbringung, oder zur Gruppentrennung, erfordern jedoch einen hohen organisatorischen Aufwand. Fehler sind vorprogrammiert. Wenn Infektionen auftreten, ist das eine Gefahr für alle Beteiligten und der gesamte Betrieb steht still. Hinzu kommt eine große Unsicherheit, da sich die Lage rapide ändern kann. Was diese Woche noch gilt, kann nächste Woche schon wieder vom Tisch sein. Leseteams müssen streng voneinander getrennt sein. Gemeinsam Mittagessen oder den erfolgreichen Lesetag in geselliger Runde ausklingen lassen? Das ist in diesem Jahr nur in geringem Umfang möglich. Die Regeln sind richtig, jedoch weder einfach zu vermitteln noch gut zu kontrollieren. Am Ende liegt die Verantwortung bei den Betrieben. Eine schwere Last in der ohnehin arbeitsreichsten Zeit des Jahres. Lesetermine müssen koordiniert, Trauben gepresst und die Gärung überwacht werden. Schwer vorstellbar wie hier ein Betriebsleiter auch noch dafür Sorge tragen soll, dass sich Leseteams nicht untereinander besuchen um Ansteckungen zu vermeiden. Eine große Entlastung würde es bringen, wenn die Lesehelfer aus der Region kommen würden und ihren verdienten Feierabend in ihren eigenen vier Wänden verbringen könnten. Deshalb haben die Luxemburger Biowinzer einen Aufruf gestartet, um Lesepersonal aus der Region anzuwerben. Melden können sich Freiwillige die im September Zeit haben und gern gewissenhaft arbeiten. Leseerfahrung ist von Vorteil aber nicht zwingend erforderlich.

Wer kann sich bewerben?

Die Weinlese ist vor allem körperlich anstrengend und erfordert Gewissenhaftigkeit und Motivation. Das Wetter kann wechselhaft sein und manchmal muss spontan reagiert werden, weil Lesepläne schnell geändert werden müssen, um auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich auf www.ibla.lu melden und angeben in welchem Zeitraum er bei der Lese helfen kann. Betriebe die noch Helfer suchen, setzen sich dann mit den Bewerberinnen und Bewerbern in Verbindung. Die Lesehelfer werden nach den geltenden gesetzlichen Bedingungen regulär eingestellt. Die Entlohnung wird individuell besprochen. Viele Betriebe stellen auch das Mittagessen. Empfohlen wird es, vor Arbeitsbeginn die kostenlosen Corona-Tests in der Region wahrzunehmen, um sich und seine Kolleginnen und Kollegen nicht zu gefährden.

Bewerben sich viele motivierte Menschen, steht einer erfolgreichen Bioweinlese nichts mehr im Wege. So wird sich zeigen ob es genügend Potential in der Großregion gibt, lokale Lebens- und Genussmittel auch gemeinsam mit den Menschen aus der Region zu produzieren.

Think global – drink local?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt wie wichtig die Versorgung mit lokalen Lebensmitteln ist und das vermeintlich richtige Entscheidungen hier, zu Problemen an vielen anderen Orten der Welt führen.

Die soziale Komponente der Nachhaltigkeit ist für biologische Betriebe besonders wichtig und die meisten Biobetriebe der Region schaffen es seit Jahren einen Großteil ihre Lesehelferinnen und -helfer in der Region zu rekrutieren. Trotzdem sind die Leseteams noch nicht komplett und so kann der Aufruf dazu beitragen, dass sich neue Kontakte in der Region ergeben, sich Menschen gegenseitig helfen und die Großregion noch stärker zusammenwächst.

Nachhaltig denken in allen Bereichen, d.h. auch sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Das Jahr 2020 ist, wie schon die zwei vorhergehenden Vegetationsperioden, von großer Trockenheit geprägt. Damit die Reben gut versorgt sind und ausgeglichen wachsen, kommt es vor allem auf die Bodenfruchtbarkeit an, denn humusreiche Böden speichern mehr Wasser. Im Biologischen Weinbau gibt es viele Maßnahmen die dazu beitragen den Humusgehalt der Böden zu erhalten. Im biologischen Weinbau wird, wenn überhaupt, dann organisch gedüngt. Das ist wichtig um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zugleich klimafreundlich.

Ein ausgeglichenes Wachstum sorgt zudem für qualitativ hochwertige Trauben. Biowinzer sind davon überzeugt, dass die Qualität im Weinberg entsteht. Denn hier werden die Weichen für gute Weine und Crémants gestellt. Dabei kommt es weniger auf den Zuckergehalt der Trauben an, als auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Säure und Süße zueinander. Weiterhin entscheiden die Extraktwerte und viele Aromavorstufen, die sich bereits im Weinberg bilden, darüber wie die Weine und Crémants später schmecken werden. Der Anspruch an ein möglichst hohes Maß an Natürlichkeit im Weinberg und Weinkeller, schließt den Einsatz viele Zusatzstoffe und Schönungsmittel vorab aus. So, dass es entscheidend ist in der Lese mit einem guten Team zu arbeiten, dass dazu bereit ist akribisch zu arbeiten, wenn es darauf ankommt.

Die Anmeldung als Lesehelfer 2020 ist leider nicht mehr möglich. Vielen Dank für Ihr Interesse.

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