Was fliegt denn da?

Was fliegt denn da?

Seminar zur Biodiversität im Weinbau mit Lea Jäger im Ahner Palmberg

Die gemeinsame Veranstaltung von Institut Viti-Vinicole (IVV) und Institut fir biologëch Landwirtschaft an Agrarkultur Lëtzebuerg (IBLA) widmet sich dem Thema Biodiversität im Weinbau.

Der Palmberg kann mit seinen steilen Muschelkalkfelsen, seinem 300-jährigem Buchsbaumbestand und den vielfältigen Strukturelementen als Hotspot der Biodiversität bezeichnet werden. Er bot somit den idealen Rahmen für das Seminar zum Thema Tagfalter. Die Referentin Lea Jäger ist Umweltbiowissenschaftlerin und forscht zum Thema Biodiversität im Weinberg am DLR Mosel. Sie brachte den Teilnehmenden das Thema Biodiversität über ganz besondere Begegnungen mit den Schmetterlingen und durch ihr vielfältiges Wissen über ihre Lebensweise auf unkonventionelle Weise näher. Man kann nur schützen was man kennt. Mit diesem Motto begab sich die Gruppe auf Tagfalterexkursion durch die Weinberge in Ahn. Mehr über das Verhalten der Falter zu lernen macht es leichter Entscheidungen zu einer biodiversitätsfördernden Bewirtschaftung zu treffen. So ist es beispielsweise zu empfehlen Böschungen und Randstreifen nicht in einem Schritt zu mähen, sondern Schritt für Schritt in einer Staffelmahd. Weiterhin ist es empfehlenswert, unproblematischen Bewuchs auszusparen um ein Rückzugsquartier für die Falter und deren Raupen zu erhalten. Viele Arten sind extrem auf einzelne Pflanzenarten spezialisiert. Fehlt die Pflanze, fehlen auch die Schmetterlinge. Also ist in Begrünungen und Randstreifen Vielfalt gefragt. Andere Arten haben ein breites Nahrungsspektrum und viele im Weinberg häufig vorkommende Pflanzenarten sind gute Futterpflanzen für viele Falter. Beispiele wären Spitzwegerich und die bei Winzern wenig beliebte Brennnessel.
Der Rückgang der Insektenvielfalt ist ständiges Thema in den Medien und von ungebrochener Relevanz für alle gesellschaftlichen Schichten. Besonders in den einmaligen Biotopen in den strukturreichen Weinbaugebieten ist es unabdingbar sich diesem wichtigen Thema zuzuwenden. Hier kommen besonders schützenswerte Arten vor und oft können Schmetterlinge beispielhaft für den Schutz anderer Arten stehen. Sie sind im Vergleich zu anderen Insekten sehr gut sicht- und bestimmbar und sie sind ein Touristenmagnet. Die Bedingungen während der Exkursion waren perfekt und so war es unter fachkundiger Anleitung von Lea Jäger möglich, viele Arten zu beobachten und zu bestimmen. Nicolas Schmit vom gastgebenden Weingut Schmit-Fohl ist zufrieden: „der Erhalt der Kulturlandschaft ist der Antrieb für unsere Arbeit als Winzer. Die biologische Bewirtschaftung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu mehr Vielfalt. Das freut uns und die Fauna.“

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