Biodiversität erkennen, wertschätzen und pflegen

Biodiversität erkennen, wertschätzen und pflegen

Canach, 28. Juni 2017 – Seminar zur Biodiversität im Weinbau mit Prof. Dr. Gemmrich im Kanecher Wéngertsbierg

Die gemeinsame Veranstaltung von Institut Viti-Vinicole (IVV) und Institut fir biologëch Landwirtschaft an Agrarkultur  Lëtzebuerg  (IBLA) widmet sich dem Thema Biodiversität im Weinbau.
Der älteste biologisch bewirtschaftete Weinberg in Luxemburg, der Kanecher Wéngertsbierg, bot den perfekten Rahmen für das praxisnahe Seminar: „Biodiversität im Weinberg“. Referent Professor Armin R. Gemmrich lobte die besondere Qualität der Lage aus Sicht der Biodiversität und brachte den 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Flora vor Ort am praktischen Beispiel näher. Getreu dem Motto: „Man kann nur schützen was man kennt“, wurden die Pflanzen vor Ort bestimmt und analysiert. Der promovierte Biologe Prof. Armin Gemmrich vermittelte eindringlich den besonderen Wert der Biodiversität für die gesamte Gesellschaft und öffnete den Blick auf die einzelner Arten in ihrem Ökosystem. Dabei kamen die konkreten Vorteile der Biodiversität im Weinbau nicht zu kurz. So erschlossen sich die Teilnehmenden den Zeigerwert der Pflanzen vor Ort und betrachteten welche Aussagen über Bodenzustand und Versorgung der Anlage abzuleiten sind. Ebenso besprochen wurden Maßnahmen die zur Förderung und Schutz der Biodiversität beitragen können. Dabei kam auch die Auswahl von Begrünungsmischungen zur Sprache sowie die entsprechenden Pflegemaßnamen. Es wurde deutlich, dass kleine Änderungen oft viel bewirken können. Dabei ist es maßgeblich, dass die Hintergründe bekannt sind, um den Einfluss von Bearbeitungsmaßnamen im Weinbau abschätzen zu können. Will man z.B. Zwiebelpflanzen, wie Tulpen oder Weinbergslauch besonders fördern, ist es vorteilhaft den Einsatz der Fräse auf ein Mindestmaß zu reduzieren und sie wenn überhaupt dann nur sehr flach einzusetzen. Es wird ebenso deutlich, dass eine standortgemäße Dauerbegrünung nicht in allen Weinbergslagen zu einer Förderung der Biodiversität führt. Viele im Weinberg wünschenswerte einjährige Pflanzen sind auf Bodenbearbeitung angewiesen. Es gilt zu prüfen welches Potential ein Weinberg hat bevor konkrete Maßnahmen ergriffen werden. In den meisten Weinbergslagen ist das Artenspektrum eingeschränkt, so dass eine Aussaat einer kräuterreichen Begrünungsmischung (Wolff-Mischung, Dr. Hofmann-Mischung, Rummel-Mischung)  eine Initialzündung liefern kann.
Carlo Entringer, der das Projekt Kanecher Wéngertsbierg mit viel Einsatz betreut, zeigte sich zufrieden mit dem Seminar: „es ist erstaunlich welche Vielfalt sich zeigt wenn man sich die Zeit nimmt ganz genau hinzuschauen“.